Problem: Reibkorrosion an Schließsystemen beginnt im Mikrobereich
An Edelstahl-Biegeteilen für Schließ- und Verriegelungssysteme treffen Hebel, Bolzen und Führungsflächen mit hoher Flächenpressung aufeinander. Schon nach wenigen tausend Zyklen können feine Riefen entstehen; der Griff fühlt sich rau an, und die Betätigungskraft steigt messbar. Im Dauerlauf zeigt sich das als Drift: Ein Bauteil, das anfangs leicht läuft, benötigt später spürbar mehr Kraft.
Ursache: Stanzen, Biegen und Reinigen hinterlassen keine ideale Oberfläche
Nach dem Stanzen und Biegen bleiben Mikrograte, Reste von Ziehmitteln und lokal verdichtete Zonen zurück. Bei Edelstahl 1.4301 oder 1.4404 kommt die passive Oxidschicht hinzu, die bei punktueller Belastung örtlich aufgerieben werden kann. Die Folge ist Reibkorrosion: Abrieb, Kaltverschweißungen und ungleichmäßiger Verschleiß an Stellen, die konstruktiv kaum zugänglich sind.
Lösung: golisimo glättet die Randzone statt sie zu überdecken
Das Verfahren golisimo setzt an dieser Oberflächenstruktur an: Es glättet die Randzone, entfernt lose Partikel und schafft eine gleichmäßigere Topografie. Entscheidend ist die Prozessführung – nicht ein einzelner Reinigungsschritt, sondern die Kombination aus mechanischer Behandlung und kontrollierter Oberflächenkonditionierung. Für Biegeteile bedeutet das weniger Angriffsfläche für Reibung und eine besser reproduzierbare Endmontage.
Umsetzung: Vier Prüfpunkte vor der Serienfreigabe
- Bauteilzustand festhalten: Rauheit, Grat und Rückstände vor der Behandlung dokumentieren.
- Prozessfenster begrenzen: Behandlungszeit, Druck und Medium an die Legierung anpassen.
- Funktion testen: Betätigungskraft und Losbrechmoment über mindestens 10.000 Zyklen messen.
- Oberfläche prüfen: Rauheit und visuelle Sauberkeit mit einer definierten Referenz vergleichen.
Abgrenzung: Wann der Oberflächenschritt allein nicht reicht
Golisimo ersetzt keine konstruktive Entlastung. Liegen die Fügepartner permanent unter hoher Punktlast oder ist die Schmierstoffzufuhr konstruktiv ausgeschlossen, bleibt Reibkorrosion ein Systemthema. Der Oberflächenschritt wirkt dann als Baustein: Er reduziert die Rauheitsspitzen, doch Werkstoffpaarung, Toleranzkette und Montagekraft müssen ebenfalls geprüft werden.
Ergebnis: Stabilere Betätigungskraft und weniger Nacharbeit
In der Praxis zeigt sich der Nutzen an drei Stellen: Der Dauerlauf bleibt gleichmäßiger, die Streuung zwischen Chargen sinkt, und Ausschuss durch Nacharbeit wird reduziert. Wichtig ist, golisimo nicht als isolierten Schönheitsschritt zu behandeln, sondern als Teil der Prozesskette – zwischen Biegen, Reinigen und Montage. Wer die Oberfläche an dieser Stelle kontrolliert, verhindert, dass aus einem günstigen Biegeteil ein teurer Reklamationsfall wird.
